Trailer — König Lear, Schauspiel nach William Shakespeare in einer Fassung von Thomas Melle


König Lear ist des Regierens müde und läutet die grosse Veränderung ein. Sein Reich will er unter seinen drei Töchtern Goneril, Cordelia und Regan aufteilen. Ausgerechnet seine Lieblingstochter Cordelia verweigert den erzwungenen Liebesbeweis. Prompt wird sie vom narzisstischen Lear enterbt und verbannt. Lear will abwechselnd bei Goneril und Regan leben. Doch diese beiden verfolgen längst eigene politische Ziele: das überkommene patriarchale System muss gestürzt werden. Lear versteht das nicht: „Ich bin es doch, ich, Lear, euer Vater! Was kann ich denn für Jahrtausende! Ich sprech doch nur für mich." Der ehemalige Herrscher verliert sich im Wahnsinn, während sein Reich von Intrigen zerrissen wird. Thomas Melle, Autor des in St.Gallen zur Schweizer Erstaufführung gebrachten Dramas Versetzung, hat für die Münchner Kammerspiele Shakespeares düstere Tragödie um Macht und Wandel, Intrige und Wahn neu übersetzt und bearbeitet und damit Shakespeares Original ins Heute übertragen. Die Sprache, die er Shakespeares Figuren in den Mund legt, ist zugleich zeitgenössisch und drastisch. Melle hat zahlreiche Rollen gestrichen und Veränderungen in den Konstellationen vorgenommen, vor allem aber hat er aktuelle politische Diskurse wie Gendergerechtigkeit und den grassierenden Populismus eingeflochten.

Die Inszenierung liegt in den Händen von Christina Rast, die in der Spielzeit 2016/2017 Friedrich Glausers Roman Matto regiert bildgewaltig und atmosphärisch dicht auf die Bühne des Grossen Hauses gebracht hat und in dieser Spielzeit die Uraufführung von Ivna Žics Stück Die Gastfremden inszenierte.