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Trailer — Biedermann und die Brandstifter, Ein Lehrstück ohne Lehre von Max Frisch


Aus der Zeitung erfährt der wohlhabende Haarwasserfabrikant Gottlieb Biedermann, dass sich in der Stadt Brandstiftungen häufen. Nach immer gleichem Vorgehen nisten sich die Übeltäter, als Hausierer getarnt, auf den Dachböden der Häuser ein, um sie alsdann in Brand zu setzen. In solchen Zeiten hält Biedermann ein gewisses Misstrauen für angebracht. Dennoch gewährt er kurz darauf dem obdachlosen Ringer Schmitz Quartier auf seinem Dachboden. Als plötzlich zwei weitere Kumpane des Ringers auftauchen und Benzinfässer hinaufschleppen, befällt Biedermann eine ungute Vorahnung. Doch anstatt die Verbrecher auf die Strasse zu setzen, gibt er sich zunehmend gastfreundlich, in der Hoffnung, man möge ihn verschonen. So nimmt die Katastrophe ihren Lauf und man geht offenen Auges dem Untergang entgegen.


Die erste Idee zu diesem amüsanten Lehrstück ohne Lehre ist in den Tagebüchern von Frisch 1946 -1949 zu finden. 1953 entsteht daraus im Auftrag des Bayerischen Rundfunks eine Hörspielfassung, 1958 kommt es nach einer weiteren Bearbeitung durch Frisch zur Uraufführung am Schauspielhaus Zürich.

Auch in der heutigen Zeit wirkt Frischs politische Parabel brandaktuell, erzählt vom Nicht-Handeln in Anbetracht der Bedrohung, von Inaktivität als politischer Haltung und von Opportunismus.

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