Szenen einer Ehe

Schauspiel von Ingmar Bergman

Johan und Marianne – beide im Beruf erfolgreich, seit zehn Jahren verheiratet, zwei Kinder – fühlen sich wohl in ihrem bürgerlichen Leben und scheinen eine vorbildlich moderne Ehe zu führen. Ganz im Gegensatz zu ihren Freunden Peter und Katarina, deren Beziehung einem Inferno gleicht. Als Johan der ahnungslosen und völlig überraschten Marianne von einer Affäre erzählt, gesteht er auch, dass er bereits seit vier Jahren über eine Trennung nachdenke. Dieser erste Riss bringt die bis dahin heile Konstruktion ihrer Ehe zum Bröckeln und setzt einen schmerzhaften Erkenntnisprozess über unterschiedliche Vorstellungen und Wünsche, Wahrnehmungen und Interpretationen des Zusammenlebens in Gang. Das Psychogramm des Musterpaares Johan und Marianne spiegelt Fragen über die Möglichkeiten des glücklichen Zusammenlebens einer ganzen Generation wider. In der kleinsten sozialen Zelle, der Zweierbeziehung, bildet sich der Zustand einer Gesellschaft ab. Ingmar Bergman, der 2018 seinen 100. Geburtstag feiern würde, zeichnet die sich über Jahre verändernde Beziehung in den Etappen ihres Zerfalls, Zusammenbruchs und ihrer Neuordnung nach. 1973 fegte Bergmans TV-Mehrteiler Schwedens Strassen leer und löste eine intensive Debatte über das Mass an Aufrichtigkeit im Zusammenleben von Ehepartnern aus. Auch die Kinoversion wurde ein internationaler Erfolg, der Titel sprichwörtlich. 1981 feierte Bergmans Theaterfassung in seiner eigenen Regie in München Premiere.